Leiser die Glocken nie klingen

 

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Die Lösung

 

 

 

Himmlischer Klang ?

Wir befinden uns immer noch im Zeitalter der Industriealisierung. Maschinen nehmen dem Menschen immer mehr die Arbeit ab. Oberflächlich betrachtet, müßte das für den Menschen eigentlich einen Segen bedeuten. Doch es ist wie so oft der Mensch selbst, der aus einer eigentlich guten Sache ein Martyrium macht. Die Maschine wird über den Menschen gestellt. Er ist als Arbeitskraft nicht mehr gefragt. Schließlich wollen Maschinen keinen Urlaub, keine Sozialleistungen und werden auch nur selten krank. Dafür können Maschinen allerdings durchaus den Menschen krank machen. Nicht nur seelisch, weil sie ihm den Arbeitsplatz wegnehmen. Sie können ihn sehr wohl auch körperlich krank machen. Die meisten Maschinen haben nämlich die unangenehme Eigenschaft, Lärm zu produzieren. Gerade in diesem Punkt ist der Mensch in den letzten Jahren äußerst empfindlich geworden. Nicht nur am Arbeitsplatz produzieren immer mehr Maschinen immer mehr Lärm. Unsere gesamte Umwelt ist hiervon betroffen. Da unsere Freizeit, durch mehr Maschinen und damit kürzeren Arbeitszeiten, immer umfangreicherer wird, ist auch unser Ruhebedürfnis außerhalb der Arbeitszeiten entsprechend gestiegen. So haben z. B. Anwohner von Sportplätzen schon Prozesse gegen Vereine geführt (und meistens sogar gewonnen) um den lästigen Lärm aus der Nachbarschaft zumindest einzuschränken.

Eine große Lärmbelästigung kommt dabei von einer Seite, von der man es sicher am wenigsten erwartet.

Gerade jetzt zu Ostern liegt uns dieses Problem wieder in allen Ohren. Eigentlich sollte die Institution, von der hier die Rede ist, für den Menschen dasein. Es handelt sich dabei um die Kirche. Die sogenannten Gotteshäuser dieser Gesellschaft namens Kirche sollten eigentlich ein sogenannter Ort der Ruhe und Besinnung sein. Tatsache jedoch ist, das die Glocken dieser Häuser mehrmals am Tag einen infernalischen Lärm veranstalten, der weithin zu vernehmen ist. Man könnte fast vermuten, durch die Lautstärke wolle man den Boss dieser Unternehmen persönlich herbeirufen. Es spielt auch keine Rolle, ob das Glockenläuten nun elektronisch, oder durch einen buckligen Glöckner ausgelöst wird. Der Lärm ist der gleiche. Wer in der Nähe von Kirchen wohnt, spart sich zu dieser Zeit das umrühren seiner Kaffeetasse. Hierfür sorgen schon die Schwingungen der Bimm-Bamm-macher. Es scheint nun mal eine Eigenart der Religionen zu sein, seine Schäfchen erst einmal zu tyrannisieren und ein schlechtes Gewissen einzureden, um sie dann besser und bequemer scheren zu können. Nun kann man natürlich kein läuten von Kirchenglocken und schon gar keinen Gottesdienst verbieten. Es würde sich wohl auch kaum jemand finden, der gegen solch ein Wirtschaftsimperium klagen würde.

Lokus meint daher, was Anwohnern von Sportplätzen oder Schnellstraßen recht ist, sollte Anwohnern von Kirchen billig sein. Warum werden um Kirchen herum keine Lärmschutzwände gebaut. Es wäre sicher noch die vernünftigste Art, um schuldige und unschuldige Sünder vor einem Gehörsturz zu schützen. Das müßte auch der Kirche nutzen, denn wer nichts mehr hört, kann auch nicht mehr „ Ja" und „Amen" zu allem sagen. Die Meinung, die Gläubigen wüßten dann nicht mehr wann der Gottesdienst beginnt, ist unsachlich. Wenn die Glocken läuten, ist es eh zu spät und so oft wie sie läuten, kann gar kein Gottesdienst sein. Ernster zu nehmen wäre dann schon der Einwand, solche Lärmschutzwände wären nicht sehr schön anzusehn. Sicher wäre der Anblick zuerst gewöhnungsbedürftig. Schön anzusehn sind die Lärmschutzwände an unseren Straßen auch nicht. Zudem verwehren sie dem Autofahrer den Blick über die eventuell reizvolle Landschaft, und dem Schaulustigen den Blick über einen vielleicht interessanten Unfall. Diesem Makel könnte man von vornherein entgegentreten, indem man die Lärmschutzwände optisch attraktiv gestaltet. Dies könnte mit einer besonderen Form für die Lärmschutzwände bewerkstelligt werden. Sie könnten z.B. in Form einer Glocke um die entsprechende Kirche herumgebaut werden. Oder aber man bemalt die Lärmschutzwände mit kirchlichen Motiven, wie man es früher in den Kirchen tat. Wer weiß schon, ob in vielen Jahren nicht einmal eine Lärmschutzwand für Kirchen als unersätzliches Kulturgut behandelt und unter Denkmalschutz gestellt wird. Nun denn, bekämpfen wir den Lärm von heute und sorgen wir für eine Kultur in der Zukunft. Lasset uns beten, das die Politiker ein Einsehen mit uns Lärmgeplagten Ungläubigen haben.

Amen

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